Die kleine Ortschaft Krungl
(auch Grungl) gehört zur Gemeinde Bad Mitterndorf.
Geschichtliches: Im Jahre 1873 wurden hier bei Sandgrabungen
prähystorischer Funde gemacht (Skelette mit Grabbeigaben). Vermutlich stammen
diese Funde aus der Zeit der Völkerwanderung und zwar aus dem 6.u.7.
Jahrhundert n. Chr., und es wird angenommen, daß es ein slawischer Volksstamm
gewesen sei, der in den jetzigen Krungl einst seßhaft war.

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Forschungsgeschichte,
Beschaffenheit und Alter der Krungler Gräber
Die ältesten Fundberichte aus Krungl stammen aus dem Jahre 1873. Damals wurden
bereits mehrere Skelette, ein Schwert und Gürtelbestandteile gefunden. Bei
Grabungen in den Folgejahrzehnten kamen bis 1908 ca 220 Gräber zum Vorschein.
1977 bis 1980 konnten im Zuge von Bauarbeiten nochmals Gräber dokumentiert
werden; die Gesamtzahl beläuft sich derzeit auf 279.
Bestattet wurden die Toten in West-Ost-Ausrichtung mit dem Kopf im Westen. In
den Gräbern fanden sich Reste von Totenbrettern oder Särgen bzw. einfache
Steinsetzungen. Die Bestattung der Toten in „Tracht“ war augenscheinlich die
Regel. Das belegen nicht nur Stoffreste, sondern auch Ohrringe, Fibeln,
Fingerringe und Halsketten. Männer, Frauen und Kinder waren weiters mit Messern
ausgestattet. Besonders interessant sind Funde wie Gürtel-Garnituren,
Riemenzungen oder Schwerter, die auf höheren Stand der Bestatteten schließen
lassen. Gelegentlich treten auch Speisebeigaben auf, die öfters als
nicht-christlicher Brauch interpretiert werden, aber auch im christlichen Brauch
zu finden sind. Die damaligen Bewohnerinnen und Bewohner Krungls waren
offenkundig Christen, wie auch das Kreuz als Grabbeigabe belegt.
Die ältesten Gräber stammen, so der Forschungsstand, aus der zweiten Hälfte
des 8. Jahrhunderts, die meisten sind wohl ins 9. und beginnende 10. Jahrhundert
zu datieren. Zur Gründung des Krungler Gräberfeldes herrschte Boruth über das
Herzogtum Karantanien, das damals immer mehr unter bajuwarischen Einfluß kam.
Von Salzburg aus wurde das Land systematisch christianisiert. Boruths Sohn und
Nachfolger Cacatius war – in Bayern erzogen der erste christliche Fürst der
Karantanen. Die Eigenständigkeit Karantaniens als Fürstentum war seit 774 mit
der Eingliederung ins Fränkische Reich arg eingeschränkt.
Zur Bedeutung der
Funde
Für die älteste Geschichte der Steiermark sind die Funde und Befunde
unersetzlich. Die archäologischen Spuren der Besiedlung der Ostalpen im frühen
Mittelalter und im Hochmittelalter sind nach wie vor sehr bescheiden geblieben.
So ist die Anwesenheit der Alpenslawen, die durch zahlreiche Flur- und Ortsnamen
belegt ist und die Einwanderung der Bayern aus dem süddeutschen Raum ab der
Mitte des 8. Jahrhunderts kaum nachzuvollziehen. Zu den wichtigsten Quellen aus
dieser Zeit zählen nach wie vor die Gräberfelder von Krungl und Hohenberg.
Deren Interpretation bzw. ethnische Deutung ist in der Forschung nach wie vor
unterschiedlich. Dank der intensiven Zusammenarbeit mit Wissenschaftern der
Nachbarländer sind hier in naher Zukunft wichtige Forschungsergebnisse zu
erwarten.
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